Zins und Geduld

Wenn Du einen Sparplan hast und regelmäßig Aktien, ETFs oder Fonds besparst, dann ist der Anfang womöglich schwer. Die Raten sollten nicht so hoch sein, dass Du am Monatsende Angst hast, Dein Girokonto könnte nicht gedeckt sein. Überoptimierung erhöht das Stressniveau. Besser ist es die Rate moderat zu wählen und auf dem Girokonto einen genügend hohen Puffer zu haben.  Manche Versicherungen buchen jährlich oder vierteljährlich ab und der Betrag sollte dann zur Verfügung stehen ohne dass man zwischen Konten hin- und herschieben muss.

Nun sammelt sich da ein  Betrag im Depot an, aus einem Wertpapier werden mit der Zeit 10 oder mehr, denn Diversifikation und unterschiedliche Dividendenzahlungstermine sind angenehm. Die Börse fährt bergauf und bergab und je höher Dein Depotwert ist, desto nervöser könntest Du werden. Dann geht es nicht nur 20€ am Du hoch oder runter.  Es können mehrere hundert Euro sein , später wird es schnell vierstellig. Das ist der Moment , wo viele aussteigen oder in Stress geraten. Sie setzen die Schwankungen in Relation zu ihrem Gehalt und erschrecken. Darauf sollte man sich vorbereiten und es dann durchstehen. Fällt der Markt, kann man durch niedrigere Kurse preiswerter einsteigen und den durchschnittlichen Einstiegspreis drücken. Timing ist nicht anzuraten, keiner weiß,  ob es morgen weiter runter geht oder schon wieder hoch. Ob Du bei Höchstkursen kaufen kannst ? Langfristig spielt es keine Rolle, kurzfristig könnte man zusätzliche Käufe tätigen, sobald der Markt 10% unter den Höchstmarken liegt.

Die ersten Jahre sind schwierig, ein Kapitalstock muss aufgebaut werden. Du musst vielleicht sogar mal verkaufen, weil Du eine Immobilie kaufst. Hoffentlich dann mit einem Gewinn. Später wird es leichter , Dividenden versüßen die Liquidität  und nehmen den Druck bei der Arbeit. Mit jeder gekauften Aktie erniedrigst Du das Risiko eines Jobverlustes und sei es nur, um vor dem neuen Job abgesicherter zu sein. Später kommt der Punkt, wo Du den Absprung in Teilzeit oder komplette Finanzielle Frweiheit schaffen kannst.

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4 Kommentare zu Zins und Geduld

  1. Hey Thorsten,
    ein wirklich guter Artikel.
    Da kann man noch was von einem alten Hasen lernen.
    Danke dafür.
    Ich befinde mich grade im Aufbau des Depots.
    So wie Du es schreibst, baue ich mir gerade einen Kapitalstock auf.
    Seit Anfang des Monats habe ich erstmals über 10.000 EUR im Depot.
    Und ja, ich kann Dir zustimmen durch die Korrektur die letzten Wochen und das ständige auf und ab wurde mir manchmal etwas mulmig. Aber ich muss auch sagen, so langsam gewöhne ich mich daran und meinem Nervenkostüm geht es immer besser. Ich sehe das als Training. Natürlich darf man auch nicht komplett abschalten sondern sich vorher schon klar machen, wie viel man maximal bereit ist zu verlieren. Hat man sich damit mal auseinander gesetzt, sieht man Kursschwankungen viel lockerer. Zumindest behaupte ich das jetzt noch. Mal sehen was die Zeit bringt. Aber ich zuversichtlich.
    Liebe Grüße aus Mainz
    Und danke für den motivierenden Artikel.
    Benjamin

    • egghead sagt:

      Schön, wenn es gefällt. Ja wenn ich immer so vernünftig gewesen wäre wie ich hier geschrieben hatte 😉 Wir haben im Alltag keine Vorbilder, alle scheinen anders drauf zu sein. Ich bin 20 Jahre lang blind gelaufen, um mich herum wurden Autos gekauft, teure Urlaube gemacht usw. Musste ich nicht haben 😉

      10.000 € sind eine Menge Holz. Falls Du Dividendenaktien dabei hast kriegst Du ja schon ein paar Hundert Euronen im Jahr als Cash dazu 😉

  2. Marco sagt:

    Hi Egghead,

    mein Depot ist zuletzt um 5 Monatsgehälter gefallen … 😀 Um es mal in Relation zu setzen.

    Zum Glück hatte ich meine Feuerprobe bereits zu Beginn, sodass mir die aktuellen Kurse für Nachkäufe sehr gelegen kommen.

    Das allerwichtigste ist aber tatsächlich einfach anzufangen.

    Gruß,
    Marco

    • egghead sagt:

      Hallo Marco,
      Du hast es verstanden. Es sind psychologische Schattenseiten der Ansparphase. Man arbeitet , spart und schon ein paar Tage später hat man evtl. weniger im Depot als vorher. Da fragt man sich , ob das richtig ist und man die harte Arbeit auf diese Weise verpulverisieren soll oder gar das Ganze aufgeben soll. Dann überlegt man, ob man nicht schnell verkauft und die ganze Sache vergisst. Nein , bloß nicht, Augen zu und durch !

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